auch Friedrich Hrozny

Bedřich Hrozný, Quellearchiv fotografií Josefa Klímy
Bedřich Hrozný,
Quelle archiv fotografií Josefa Klímy

Geboren am 6. Mai 1879 in Lissa an der Elbe;
gestorben am 12. Dezember 1952 in Prag

Ein österreichisch-tschechischer Sprachwissenschaftler und Altorientalist.

Hrozný war der Sohn eines evangelischen Pfarrers. Nach dem Besuch des Akademische Gymnasiums in Prag und des Realgymnasiums in Kolín studierte er an der Evangelisch-Theologischen und der Philosophischen Fakultät in Wien, befasste sich aber schon sehr früh ausschließlich mit orientalischen Sprachen (vor allem Assyrisch, Aramäisch, Äthiopisch, Sanskrit und Sumerisch).

1901 promovierte er mit einer Arbeit Südarabische Graffiti über sabäische Weihinschriften, ging anschließend für ein Jahr nach Berlin, um bei Friedrich Delitzsch seine bislang autodidaktisch erworbenen Kenntnisse der Assyriologie zu vervollkommnen und besuchte 1904 die Türkei, Syrien und Ägypten, wo er Abschriften von Keilschrifttexten anfertigte.

Danach kehrte er nach Wien zurück und  arbeitete bis 1918 in der Universitätsbibliothek. In dieser Zeit beschäftigte er sich auch mit den Keilschrift-Tontafelfragmente aus Hattuša, der in der Türkei gelegenen die Hauptstadt des Hethiter-Reiches. Es gelang ihm die Schriftsprache der Hethiter zu entziffern und die Grundsteine zur Erforschung von deren Sprache und Geschichte zu legen.

Nach der Gründung der Tschechoslowakei wurde Hrozný 1918 an der Karls-Universität Prag zum Professor für Keilschrift und Geschichte des Alten Orients ernannt und leitete 1924 bis 1925 die erste tschechische Expedition nach Syrien. 1929 gründete er das orientalische Archiv, wurde 1939 zum Rektor der Karls-Universität ernannt, nahm aber den ihm 1940 angebotenen Posten im Bildungsministerium nicht an. Kurz vor seinem Ableben erfolgte seine die Ernennung zum Mitglied der neu gegründeten Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik.

 

Weblinks (Auswahl):

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Bedich_Hrozný