Saat_Cover_10Zum Unterschied von vergleichbaren historischen Unternehmungen eröffnen wir unser virtuelles Museum des Protestantismus in Österreich und seiner beiden Kirchen – die Evangelisch-Lutherische (= A.B.), die Evangelisch-Reformierte (= H.B.) Kirche – nicht mit deren Vergangenheit, sondern mit ihrer Gegenwart. Die einschlägigen generellen und speziellen Beiträge zeigen bereits, dass damit nicht nur Informationen und ein Überblick über jene Zeit, ihre Gegebenheiten und Ereignisse präsentiert werden, sondern ein aktuelles Portrait kirchlicher und außerkirchlicher Realität. Damit wird das Dargestellte nicht nur der Kontrolle der Fachleute unterworfen, sondern auch der Zeitzeugen. So sind Korrekturen von Anfang an nicht nur möglich, sondern erwünscht. Wir wissen schließlich aus eigener Erfahrung, wie sehr man oft staunen kann über Berichte von Ereignissen, bei denen man selbst dabei gewesen ist.

Wer schreibt unsere Texte? Als Herausgeber fühlen wir uns der historischen Wahrheit verpflichtet und nicht einer bestimmten kirchenpolitischen Informationspolitik. Unsere Autoren sind daher verantwortliche Tätige in den verschiedenen kirchlichen und anderen Bereichen, sowie Zeitzeugen. Das könnte zwangsläufig bei manchen unserer Museumsbesucher zu einer Korrektur ihres Geschichtsbildes führen. Es könnte aber auch sein, dass wir zu manchen Ereignissen konträre Berichte und Kommentare anbieten werden. Auch dazu erwarten wir Reaktionen unserer „Besucher“. Als ein Beispiel verweise ich auf die in Gegenwart und Vergangenheit tätige evangelikale Opposition. Nicht nur aus praktischen Gründen verwenden wir auch Beiträge, die bereits seit einiger Zeit vorliegen. Damit machen wir die Erträge wissenschaftlicher Arbeit auch „normalen“ Interessenten zugänglich. Obwohl dieser aktuelle Raum noch nicht fertig ist, haben wir uns trotzdem entschlossen, bereits jetzt online zu gehen. Warum? Um den Unkenrufen jener zu begegnen, die glauben, dass unser Projekt viel zu groß wäre, um je verwirklicht werden zu können, aber auch, um noch zögernde potentielle Mitarbeiter zu motivieren: Wir bitten um Sympathie und vor allem um Unterstützung.

Von Peter Karner