Die evangelische Bauernschaft errichtete im Zentrum des Ortes Joseph II. ein Denkmal mit der Aufschrift: „Dem Schätzer der Menschheit Kaiser Joseph II.; die dankbaren Bauern diese Gegend.“

Unweit von Arriach in der Teuchen befindet sich „das Klösterle“, es wurde 1737 gebaut und war mit Mönchen der Hieronymitaner besetzt, die die Aufgabe hatten, die Protestanten wieder katholisch zu machen. 26 solche Bekehrungsklöster wurden von den Habsburgern in Kärnten errichtet.

Im Jahre 1651 wurden alle ortenburgischen Untertanen in den vier Ämtern der Herrschaftgegend, die der katholischen Religion nicht zugetan sind, nach Afritz bestellt, wo ihnen der Auswanderungsbefehl oder die Anbequemung zur römisch-katholischen Religion übermittelt wurde. Dieses Schicksal traf 40-50 Familien, die im württembergischen Wain bei Ulm eine neue Heimat fanden.

Das evangelische Gemeindehaus, einst erbaut als evangelische Trivialschule (Volksschule), gegenüber dem Pfarrhaus und dem Josephsdenkmal, trägt eine Tafel zur Erinnerung an Kaiser Franz Joseph I. Diese Tafel zeigt den Kopf des Monarchen und eine Inschrift, die sich auf ein Ereignis bezieht, welches hundert Jahre vor Anbringung dieser Tafel, nämlich im Jahre 1814 stattfand: „Im Gedenken an den 23. Juli 1814, da Oberkärnten – von der Franzosenherrschaft befreit – wiederum mit Österreich vereinigt worden ist. – Hundert Jahre hernach in Heimatliebe und Vaterlandstreue dem allgeliebten Kaiser Franz Joseph I. zur Ehre.“

Dieser Kaiser wurde vor allem von den evangelischen Bürgern dieses Landes so sehr verehrt, weil er für sie am 8. April 1861 das Protestantenpatent erließ, das für den einzelnen Staatbürger die volle Freiheit des Bekenntnisses und der öffentlichen Religionsausübung brachte.

Beides, Denkmal und Tafel, veranlaßten einen Wirklichen Hofrat zu dem Ausspruch: „Daß sich zwei Kaiser gegenseitig in die Augen sehen können, das ist so einmalig in diesem Dor; lassen Sie sich diese Tafel ja nie wegnehmen!“.

 

Aus: Evangelisches Österreich. Ein Gedenkstättenführer. Herausgegeben von Bischof Oskar Sakrausky. Wien (1981) S. 269-271.