Stadtschlaining von der Burg Schlaining aus. Juli 2006. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stadtschlaining,_%C3%96sterreich.JPG?uselang=de-at
Stadtschlaining von der Burg Schlaining aus. Juli 2006. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stadtschlaining,_%C3%96sterreich.JPG?uselang=de-at“ target=“_blank“>wikimedia.org

Stadtschlaining ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Oberwart im Burgenland. Der ungarische Ortsname ist Városszalónak (ung. város = Stadt).

Die im 12./13. Jahrhundert an einer strategisch wichtigen nord-südlich verlaufenden Mautstrasse erbaute Burg Schlaining wurde im Jahre 1441 von Kaiser Friedrich III. an den Söldnerführer Andreas Baumkircher verpfändet, der sie 1461 samt der Herrschaft in seinen Besitz übernahm, zu einer starken Festungsanlage ausbaute und Stadtschlaining als bürgerliche Siedlung gründete.

Angeblich waren bereits Nachkommen des Baumkirchers gegen 1540 dem Protestantismus zugeneigt. Nach dem Aussterben der Baumkircher fiel die Burg ab 1544 der ungarischen Magnatenfamile Batthyány zu. Unter Elisabeth Bathyány war der Ort eine Zufluchtstätte für lutherische Prediger (die strengen Falcianer), unter denen Marc Volmar und Mark Zangmeister die bekanntesten gewesen sind.
Die ehemalige Klosterkirche des von Baumkircher gegründeten Paulinerklosters und heutige Römisch-katholische Pfarrkirche Stadtschlaining war der Mittelpunkt des Protestantismus im 16. u. 17 Jh. (etwa von 1560 bis 1634). Bei der späteren Barockisierung fand eine Epitaphplatte als Altarmensa Verwendung, die für den 1620 verstorbenen evangelischen Edelmann Chr. von Leisser gesetzt worden war. Leissen war einer der evangelischen Adeligen, die zeitweise im Westungarischen Raum vor der Gegenreformation Zuflucht fanden. Auch Angehörige der Kärntner evangelischen Freiherrenfamilie Khevenhüller fanden einige Zeit hindurch Zuflucht in Stadtschlaining.
Die Mehrheit der Ortsbewohner blieb auch während der Gegenreformation evangelisch und da Schlaining auch Herrschaftssitz war, erhielten sie nach dem Toleranzpatent als erste, im südlichen Landesteil, die Bewilligung zum Kirchenbau und zur Gründung der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Stadtschlaining.
Die Evangelische Kirche Stadtschlaining wurde zwischen 1782 – 1784 (mit späteren Ausbauten bis 1792) auf der „weißen Bastei“ unter teilweiser Benützung der Mauern derselben erbaut, der Turm kam 1846 hinzu. Die Kirche besitzt einen Kanzelaltar und war für 4000 Evangelische gedacht. Sie ist die älteste, ursprünglich größte evangelische Kirche im Burgenland und eine der bedeutendsten Kirchenbauten des burgenländischen Protestantismus.
Zu wichtigen Institutionen in Stadtschlaining gehören die European Peace University und CONCENTRUM, das Forum für soziale, politische und kulturelle Ökumene.
Literatur (Auswahl):
Weblinks (Auswahl):