Geboren am 15.7.1844 in Zehdenick bei Berlin/D.
Gestorben am 17.5.1921 in Wien

Bauunternehmer und führender Erbauer von Bedürfnisanstalten in Wien

Beetz, der Sohn eines Molkereipächters. war ursprünglich Gerichtsbeamter (Stadtgerichtsbureau Assistent). 1880 bot er dem Wiener Magistrat nach dem Vorbild von Berliner Bedürfnisanstalten den Bau und Betrieb solcher Anstalten „für Personen beiderlei Geschlechts“ an (bis dahin hat es in Wien keine öffentlichen Toiletten für Damen gegeben). 1883 bekam er dafür die Genehmigung, stellte seine erste – von Berlin importierte – aus Holz bestehende Bedürfnisanstalt auf, übersiedelte im selben Jahr nach Wien und gründete die Firma „Wilhelm Beetz“, die sich ausschließlich mit der Errichtung öffentlicher Toilettenanlagen beschäftigte und noch heute besteht.

Beetz-Pisoir
Wien-Donaustadt

1889 ist die erste Toilettenanlage aus Eisen mit vier Kabinen für Männer, vier Kabinen für Frauen, sechs Pissständen und einem Raum für die Wärterin aufgestellt worden, deren Typus in der Folge zum „klassischen“ Vorbild der oberirdischen Bedürfnisanstalten Wiens wurde. Ende 1903 betrieb die Firma bereits 93 Pissoirs sowie 58 Bedürfnisanstalten, und im Jahr 1904 wurde die erste unterirdische Bedürfnisanstalt am Graben errichtet.

Weltweit bekannt wurde Beetz durch die Erfindung des Ölsiphons. Der Geruchsverschluss kam ohne Wasserspülung mittels eines Mineralöls (Urinol) zustande. Damit schuf er eine frühe Form des Trockenurinals.

Beetz war evang. A.B., verheiratet und hatte zwei Töchter, die seinen Betrieb 1921 übernahmen.

 

 

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