Folgende ORF-Sendungen werden vom Amt für Hörfunk und Fernsehen mitgestaltet bzw. mitbetreut (Stand 2009):

Im ORF-Radio

Monatlich eine 25minütige Live-Übertragung eines Sonntag-Abend-Gottesdienstes in den Reihe „Motive – aus dem evangelischen Leben“ (in der Regel 1. Sonntag im Monat 19.05 bis 19.30 Uhr, Ö1), Festtagsgottesdienste zu Karfreitag, Ostern, Pfingsten, Reformation und Christfest zu jeweils ca. 50 Minuten (zu wechselnden Zeiten in Ö1), monatlich eine Wochenreihe „Morgengedanken“ (Sonntags 6.05 bis 6.07 Uhr, Montag bis Samstag 5.40 bis 5.42 Uhr, ÖReg), sowie an allen Sonntagen „Das Evangelische Wort“ (6.55 bis 7.00 Uhr, Ö1).

Von der ORF-Abteilung Religion im Hörfunk (in Fühlung mit dem Amt) mit evangelischen Sprecher gestaltet werden jährlich mehrere Wochenreihen „Gedanken für den Tag“ (Montag bis Samstag 6.57 bis 7.00, Uhr Ö1), „Einfach zum Nachdenken“ (Sonntag bis Freitag 21.57 bis 21.58 Uhr, Ö3) und jeden Sonntag Abend „Motive – aus dem evangelischen Leben“ (19.05 bis 19.30 Uhr Ö1).

Evangelische Themen und Sprecher sind häufig auch zu hören in den Sendungen „Religion aktuell“ (Montag bis Freitag 18.55 bis 19.00 Uhr, Ö1), „Praxis – Religion und Gesellschaft“ (Montag 21.01 bis…. Ö1) und „Logos -Theologie und Leben“ (Samstag 19.05 bis 19.30 Uhr, Ö1).

Im Fernsehen

Jährlich vier Gottesdienstübertragungen, davon zwei mit ZDF: an einem wechselnden Termin, zu Karfreitag, zu Reformation und die Christvesper.

Foto: EPD Uschmann
Foto: EPD Uschmann

Rund zwei Mal monatlich wird die Sendung „Was ich glaube“ von der Abteilung Religion (in Fühlung mit dem Amt) mit einer evangelischen Sprecherin gestaltet. Auch in den Sendungen „Orientierung“, „Kreuz & Quer“ und „Feierabend“ werden oftmals evangelische Themen ausgegriffen, z.T in ökumenischen Zusammenhängen.

Die gesetzliche Grundlage

Die deutliche Repräsentanz der Evangelischen Kirchen im ORF hat verschieden starke Resonanz bei den Rezipienten. Sie ist innerhalb des Senders derzeit relativ unumstritten. Das Rundfunkgesetz vom Jahr 2001 räumt in der Bestimmung des „Programmauftrags“ im 12. von insgesamt 18 Punkten eine „angemessene Berücksichtigung der Bedeutung der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften“ ein. Was aber heißt „angemessen“, was „berücksichtigen“? Es handelt sich hier um eine Gummiwand, gegen die man wohl noch lange vergeblich zu rennen haben wird. Doch beschweren können sich die Evangelischen Kirchen nicht. Und als Gesprächspartner werden sie auch wahr- und ernst genommen.

Mit Recht werden sie von ihrem öffentlich-rechtlichen Partner darauf hingewiesen, welche Verantwortung es hinsichtlich der von den evangelischen Sprecher zu bietenden Qualität bedeutet, wenn etwa das „Evangelische Wort“ und die Reihe „Motive – aus dem evangelischen Leben“ in Ö1 von mehreren zehntausend, die Morgengedanken von mehreren hunderttausend Rezipienten gehört wird. Hier kann nur erste Qualität geboten werden. Das Amt für Hörfunk und Fernsehen hat daran unablässig zu arbeiten.

Musikalische Gestaltung

Hinter den trockenen Programm- und Reichweitenziffern steckt auch ein großer musikalischer Aufwand Die Zusammenarbeit mit dem Amt für Kirchenmusik, den Diözesankantoren und anderen Musikern ist sehr gut. Auch von Seiten der ORF-Verantwortlichen wird nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität des Geleisteten sehr positiv anerkannt. Geboten wird eine breite Palette musikalischer Traditionen: schwierigste Beiträge aus den verschiedenen Epochen protestantischer Musiktradition (Renaissance, Barock, Neuzeit), darunter Erstaufführungen und anderes musikhistorisch Erlesenes, aber auch Volkstümliches und Bodenständig-Folkloristisches, auch dies stets auf „gehobenem Niveau“.

Synergien

Das alles inhaltlich zu durchdringen und organisatorisch zu bewältigen ist nicht möglich ohne eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Hörfunk und Fernsehen, dem Pfarrer für Öffentlichkeitsarbeit, der den Bereich des privatwirtschaftlichen Radios mit betreut (Pfarrer Mag. Marco Uschmann) und dem Presseamt der Evangelischen Kirche, das insbesondere auf dem Nachrichten- und Informationssektor die Kontakte hält (Pfarrer Dr. Thomas Dasek). So entsteht im dicht verflochtenen Miteinander der personellen und technischen Ressourcen eine fachspezifische Anlaufstelle für Journalisten aller Mediensparten, die berufliches – und/oder persönliches! – Interesse an einer Kirche haben, die in der österreichischen Gesellschaft noch immer wenig bekannt ist bzw. tiefgreifenden Missverständnissen hinsichtlich ihrer äußeren Gestalt und inneren Zielsetzung unterliegt.

Der Bereich des Privatradios

Seit 12 Jahren erlaubt das Privatradiogesetz in Österreich auch Privatradios (und Privatfernsehen), on air zu gehen. „Ein wichtiges Element der Rundfunkgesetz-Novellen ist die Sicherung des fairen Wettbewerbs auf dem Werbemarkt“, so Staatssekretär Franz Morak im April 2004. „Eine effiziente und faire Beobachtung des Wettbewerbs am elektronischen Markt ist ein wichtiger Baustein für den weiteren Ausbau des dualen Rundfunksystems“, ergänzte Morak.

Dieses politisch freie Radio ist keinen politischen Willensbildungen unterworfen. Aber – Privatradio ist in erster Linie Geschäft. Werden Werbekunden verprellt, können die Sender nicht mehr überleben. Das hat als Konsequenz, dass beispielsweise Schöpfungsbeauftragte der Kirchen und Fahrzeug-werbende Unternehmen Interessenskonflikte haben könnten.

Privatradio ist „Boulevardradio“, die Qualitätsschiene ist besetzt vom ORF. Auch sind die finanziellen Mittel mir denen des ORF (Gebühren und Werbeeinnahmen) nicht zu vergleichen. Privatsender finanzieren sich ausschließlich über Werbeeinnahmen. Das Privatradiogesetz kennt – anders als in Deutschland – keine Verpflichtung für die Privatsender, Religionsbeiträge zu bringen: Religion ist für die Privaten skurril und besonders interessant, wenn es Skandale gibt oder zu heiligen Zeiten (Weihnachten).

Die kirchlichen Privatradios sind Spartenradios und zu klein für den Radiotest. Über „Studio Omega“ (www.studio-omega.at) sind auch die Kirchen im Privatradio Bereich dabei. So erreicht die evangelische Kirche beispielsweise Radio Stephansdom, Radio Vaticano und Radio Maria.

Das „Studio Omega“

Der Verein „Studio Omega“ist eine ökumenische Radioagentur, die ganz überwiegend die Privatradios in Österreich beliefert. Studio Omega hat 14 Mitglieder, unter anderem die Diakonie, die Caritas Wien oder Radio Stephansdom.

Im Schnitt beliefert Omega rund neun Radiostationen wöchentlich mit durchschnittlich sechs bis sieben Produktionen pro Woche (320 im Jahr 2008) und Websites. Einige Schwerpunkte der Arbeit im vergangenen Jahr waren die Fußball-Europameisterschaft mit dem Engagement der Kirchen, der neue Lutherische Bischof Michael Bünker sowie das 50-Jahr-Jubiläum des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich.

Das Internet wird für Studio Omega ein immer größeres Betätigungsfeld. Regelmäßig beliefert Studio Omega die Homepage der evangelischen Kirche in Österreich (www.evang.at) und der katholischen Kirche in Österreich (www.katholisch.at) mit O-Tönen und Podcasts.

Gute Kontakte hat „Studio Omega“ zu den kirchlichen Privatradios, besonders zu Radio Stephansdom und Radio Vatikan. In kleinem Rahmen gibt es auch eine Zusammenarbeit mit der Abteilung Religion im ORF-Radio. Bei den profanen Radios bestehen die besten Kontakte zu Radio Arabella und Kronehit.

Ziele

Absicht des Amtes für Hörfunk und Fernsehen im Bereich des öffentlich-rechtlichen ORF wie im Bereich der Privatsender ist es, evangelische Verkündigung sicherzustellen. Nicht im Sinne der Beantwortung von Fragen, die keiner gestellt hat (obwohl durchaus gelegentlich Fragen zu stellen sind, die von anderen nicht gestellt werden!), sondern als ehrliche Hilfe zum besseren Leben und Sterben in einer Gesellschaft, die sich allzu gern selbst verabsolutiert. Und die es buchstäblich not-wendig hat, mit allen Mitteln – mit dem Medium – darauf aufmerksam gemacht zu werden, dass es da noch etwas anderes gibt.

Das heutige Amt für Hörfunk und Fernsehen, wurde 1967 auf Grund eines Beschlusses der Generalsynode errichtet als „Amt für Rundfunk, Film und Fernsehen der Evangelischen Kirche in Österreich“. Seine erste Leiterin war die Theologin Dr. Stefanie Prochaska. Nach ihrer Pensionierung im Jahr 1986 übernahm Pfarrer Dr. Christoph Weist die Leitung. Für den Privatradiobereich zuständig ist der Pfarrer für Öffentlichkeitsarbeit Mag. Marco Uschmann, Assistentin ist Ulrike Werneck.

Adresse: Ungargasse 9, 1180 Wien, Tel.: 01/715 59 26
E-Mail: ta.gn1508226291ave@s1508226291ffh1508226291

Christoph Weist/Marco Uschmann

abgeschlossen am 12. Mai 2009