Die Fresken an der südlichen Außenfront der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Bartholomäus stammen aus der Zeit zwischen 1560 und 1570, als diese Kirche protestantisch war.

Das Konzept stammt wahrscheinlich vom damaligen Pfarrer Martin Zeiler, einem Schüler Melanchthons.

Die Fresken sind reich mit Bibelsprüchen versehen und stellen die Erlösung des Menschen durch Christus dar. Es handelt sich um drei Hauptbilder zwischen je zwei Strebepfeiler und sechs Nebenbilder an den Pfeilern. Das Erste Hauptbild bringt eine Gegenüberstellung des Alten Testaments (Gesetz und Sünde) zum Neuen Testament (Gesetz der Gnade durch den Glauben ohne die Werke). Das zweite Hauptbild zeigt den Dulder Hiob und das dritte ist dem Endgericht gewidmet. An der Südwand im Inneren der Kirche gibt es ein Fresko der Arche Noah als Symbol der Kirche.

Spätere Zeiten haben die Fresken zwar nicht sehr geschätzt, immerhin aber blieben sie, zum Unterschied von anderen derartigen Kunstwerken des Protestantismus, erhalten. So kann Ranten heute seinen Gästen auch ein bedeutendes Denkmal aus seiner evangelischen Zeit vorzeigen. Ein deutscher Verlag hat es unlängst unternommen, ein Buch mit der Deutung dieser Bilder herauszubringen, das wesentliche Aussagen des evangelischen Glaubens enthält.

Fresko in der mittleren Nische an der Südwand der Pfarrkirche in Ranten. Foto von Dorothea Witter-Rieder

 

Beiträge:

 

Literatur (Auswahl):

  • Oskar Sakrausky (Hrsg.), Evangelisches Österreich. Ein Gedenkstättenführer. (Wien: Ev. Presseverband in Österreich) S. 255
  • Vonhoff, Heinz; Die Rantener Fresken. Stuttgart. Quell-Verlag, 1988; ISBN: 3791823906 / 3-7918-2390-6
  • Walter Stipperger: Pfarr- und Heimatgeschichte von Ranten. Graz 1971
  • Walter Brunner: Protestantische „typologische“ Bildpredigt an der südlichen Außenwand der Pfarrkirche Ranten im pol. Bezirk Murau. = Steiermark-Archiv, Wien 2000, Blatt 01026

 

Weblinks (Auswahl):